Seit Jahren propagieren Technologiegiganten aggressiv die Idee, dass künstliche Intelligenz (KI) eine Schlüssellösung für den Klimawandel sein wird. Google hat beispielsweise behauptet, dass KI die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 5–10 % senken könnte – eine beträchtliche Zahl, die den jährlichen Emissionen der Europäischen Union entspricht. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass diese Behauptungen auf unsicheren Beweisen beruhen und häufig dazu dienen, einen explosiven, energieintensiven Ausbau der KI-Infrastruktur zu rechtfertigen.
Die Realität ist, dass ein großer Teil des Hypes um die Klimavorteile von KI keine wissenschaftliche Grundlage hat. Der Energieforscher Ketan Joshi untersuchte die Behauptungen von Google und stellte fest, dass die Reduzierung um 5–10 % aus einer BCG-Analyse aus dem Jahr 2021 stammte, die sich auf „Erfahrungen mit Kunden“ stützte – eine vage und unbegründete Quelle. Diese Schätzung entstand bequemerweise vor dem aktuellen KI-Boom, der durch energiehungrige generative Modelle wie ChatGPT vorangetrieben wurde.
Die Energiekosten des KI-Wachstums
Tech-Unternehmen liefern sich einen Wettlauf um die Entwicklung von KI, doch dies hat einen hohen Preis für die Umwelt. In den USA ist der Ausbau von Rechenzentren zur Stromversorgung dieser KI-Systeme so groß, dass Kohlekraftwerke in Betrieb bleiben und Hunderte Gigawatt neuer Gasstrom ins Netz eingespeist werden. Trotz dieser Kosten bestehen Technologiemanager darauf, dass die Vorteile der KI den Energiebedarf überwiegen. Der Earth Fund von Jeff Bezos hat Veranstaltungen veranstaltet, die KI als „Umweltkraft für das Gute“ fördern, während der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt argumentiert, dass die Konzentration auf KI effektiver sei als der Versuch, bestehende Klimaziele zu erreichen. Sam Altman, CEO von OpenAI, hat sogar versprochen, dass KI das Klima „reparieren“ wird.
Ein neuer Bericht von Joshi, der von Umweltorganisationen unterstützt wurde, zeigt jedoch, dass nur ein Viertel der über 150 Behauptungen über die Klimavorteile von KI durch akademische Forschung gestützt werden. Bei mehr als einem Drittel dieser Behauptungen fehlen überhaupt öffentlich zitierte Beweise.
Die generative KI-Trennung
Das Problem ist nicht nur der Mangel an Beweisen; Das ist es, was Art von KI-Unternehmen anpreisen. Viele ältere, weniger energieintensive Anwendungen des maschinellen Lernens werden seit langem in wissenschaftlichen Bereichen eingesetzt, um Emissionen zu reduzieren. Aber es ist generative KI – ChatGPT, Gemini und ähnliche Modelle – die den aktuellen Ausbau von Rechenzentren vorantreibt. Unternehmen vermischen diese beiden häufig und behaupten fälschlicherweise, dass jede KI gleichermaßen vorteilhaft sei.
Transparenz und Verantwortlichkeit
Experten argumentieren, dass Technologieunternehmen die Energiekosten ihrer KI-Entwicklung transparent machen müssen. Joshi plädiert für eine vollständige Offenlegung des Energieverbrauchs und erklärt, dass Unternehmen, wenn sie eine Übertreibung befürchten, genaue Zahlen offenlegen sollten: „Wenn [Technologieunternehmen] befürchten, dass die Menschen die Klimaauswirkungen generativer KI überbewerten oder übertreiben, dann sollte sie nichts davon abhalten zu sagen: ‚Na gut, unser Energiewachstum betrug dieses Jahr sechs Terawattstunden, und zwei davon entfielen auf generative KI.‘“
Das Narrativ, dass wir riesige KI-Modelle brauchen – und die quasi unendliche Energie, um sie anzutreiben – dient dazu, uns davon zu überzeugen, dass dies die einzig mögliche Zukunft ist. Kleinere, effizientere Modelle können oft ähnliche Ergebnisse zu einem Bruchteil der Umweltkosten erzielen, werden jedoch zugunsten des von Technologiegiganten favorisierten Ansatzes „Größer ist besser“ ignoriert.
Schlussfolgerung
Die Behauptungen, dass KI den Planeten retten wird, sind weitgehend unbegründeter Hype. Der rasche Ausbau der generativen KI-Infrastruktur treibt den Energiebedarf in die Höhe, ohne dass eindeutige Beweise für entsprechende Klimavorteile vorliegen. Solange Technologieunternehmen Transparenz und Rechenschaftspflicht nicht zur Priorität machen, bleiben ihre Versprechen angesichts einer sich verschärfenden Klimakrise leere Gesten.






























