Pechiney-Geschichte: Vom Aluminium des 19. Jahrhunderts zum weltweiten Verpackungsführer

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Pechiney ist nicht nur ein Name. Es ist das Ergebnis einer komplexen Fusion zweier Industriegiganten, die die französische Aluminiumindustrie neu gestaltet hat. Die moderne Holdinggesellschaft entstand im Dezember 1971. Sie entstand aus der Vereinigung von Pechiney SA und Société Ugine Kuhlmann. Die eine Seite brachte die Aluminiumproduktion mit sich. Der andere fügte die chemische Herstellung hinzu.

Die Wurzeln reichen tiefer als diese Fusion. Sie beginnen im Jahr 1855. Der Ingenieur Henri Merle eröffnet eine Natronlauge-Fabrik in Salindres, Frankreich. Sein Unternehmen, die Compagnie des Produits Chimiques d’Alais et de la Camargue, war gerade erst am Anfang. 1860 stellten sie ihr erstes Aluminium her. Sie nutzten ein von Henri Sainte-Clair Deville entwickeltes chemisches Verfahren. Nach modernen Maßstäben war es nicht effizient. Aber es war ein Anfang.

Das Management wechselte 1877 den Besitzer. A.R. Pechiney übernahm. Er leitete die Firma bis 1906. Schon früh verpasste er einige Chancen. Dann kam das Jahr 1897. Damals stellte er auf das elektrolytische Verfahren um. Es war weitaus effizienter. Die Produktion stieg rasch an. Das Unternehmen wurde weithin unter dem einfachen Namen Pechiney bekannt.

Warum Südfrankreich wichtig ist

Die Geographie spielte eine Rolle beim Überleben. Die Industrieanlagen befanden sich in Südfrankreich. Das war im Ersten Weltkrieg wichtig. Das war im Zweiten Weltkrieg wichtig. Fabriken im Norden wurden häufig zerstört. Die südlichen Anlagen blieben intakt. Das Unternehmen überstand beide Konflikte ohne größere Verluste an seiner Kerninfrastruktur.

Der Verstaatlichungswandel von 1982

Anfang der 1980er Jahre änderten sich die Dinge dramatisch. Die französische Regierung verstaatlichte das Unternehmen 1982. Der Name wurde 1983 in Pechiney abgekürzt. Der Hauptsitz blieb in Paris. Doch die Unternehmensstruktur veränderte sich.

„Pechiney wurde nach der Verstaatlichung im Jahr 1982 von den meisten seiner Tochtergesellschaften beraubt.“

Vor der Verstaatlichung war durch die Fusion im Jahr 1971 Frankreichs erster Industriekonzern entstanden. Der Umfang war riesig. Zu den Aktivitäten gehörten:
– Veredelung von Aluminium und Kupfer
– Elektrometallurgie
– Beteiligung an der Kernenergie
– Spezialstähle
– Grundchemikalien

Durch die Verstaatlichung wurde ein Großteil dieser Vielfalt zerstört. Der Fokus wurde enger. Aluminium wurde zum Hauptprodukt.

Ein strategischer Dreh- und Angelpunkt für die Verpackung

Das Unternehmen blieb nicht lange in der Nische. Im Jahr 1988 unternahm Pechiney einen großen Schritt. Es erwarb American National Can. Dies war eines der größten Verpackungsunternehmen der Welt. Die Übernahme markierte einen strategischen Wendepunkt. Pechiney blieb Frankreichs führender Aluminiumproduzent. Es entwickelte sich aber auch zu einem weltweit führenden Anbieter von Verpackungsprodukten.

Heute ist das Unternehmen für Dosen, Flaschen und Kunststoffe bekannt. Es ist nicht mehr nur ein Aluminiumhersteller. Es ist ein Verpackungsriese. Die Entwicklung von einer kleinen Natronlaugefabrik zu einer multinationalen Holdinggesellschaft erstreckte sich über fast zwei Jahrhunderte. Der Verlauf zeigt, wie sich die Industriestrategie an die Regierungspolitik und die Marktchancen anpasst. Das Erbe von Pechiney wird durch diese Dreh- und Angelpunkte bestimmt. Von Chemikalien. Zu Aluminium. Zur globalen Verpackung. Die Geschichte geht weiter mit der Art und Weise, wie diese Vermögenswerte heute verwaltet werden.